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Zwei Schwule empören Polen

Und wieder versucht Polens Präsident Kaczynski gegen Homosexuelle Stimmung zu machen: Bei einer Ansprache an die Nation im Zusammenhang mit der Ratifizierung des EU-Reformvertrags hatte er seine Landsleute vor zwei Wochen im Fernsehen davor gewarnt, die Annahme der EU-Grundrechtecharta könnte Polen zur Rückgabe West- und Nordpolens an Deutschland sowie zur Einführung der Homosexuellen-Ehe zwingen. Über den Bildschirm flackerten dabei auch Aufnahmen der Trauungszeremonie eines amerikanischen Schwulenpaars.
Dieses beiden Männer sind in Polen nun berühmt. Nachdem Brendan Fay und sein Ehemann Tom Moulton gedroht hatten, Polen wegen Verletzung der Privatsphäre zu verklagen, hatte ein polnischer TV-Sender das Paar nach Polen eingeladen. Dort traten sie in Nachrichtensendungen auf, hielten Pressekonferenzen ab und sprachen mit Parlamentariern.
Am vergangenen Wochenende veröffentlichten 600 polnische Kulturschaffende einen offenen Brief an Fey und seinen Lebenspartner. "Wir polnische Bürger sind peinlich berührt über die Ansprache unseres Präsidenten und wollen Euch unserer Solidarität versichern", heißt es darin.
Kaczynski wollte die beiden jedoch nicht treffen. Er habe nicht gewusst, mit welchen Bildern seine Rede illustriert werde, behauptet er. Der für den Fernsehspot verantwortliche Jacek Kurski (PiS) wurde jedoch deutlich: "Bei Schwulen entschuldige ich mich nicht!" Auch der Vizeparlamentspräsident Stefan Niesolowski von der regierenden Bürgerplattform (PO) wetterte: "Das Geschrei um diese beiden Herren ist eine Frechheit! Das alles erlaubt den Schwulenkreisen nur Gratiswerbung."
Auch wenn die beiden nicht vom Präsidenten empfangen wurden, gab sich Fey optimistisch: "Das wichtigste ist uns gelungen. Immerhin hat nun endlich auch in Polen eine Diskussion über die Rechte der sexuellen Minderheiten begonnen."
Inzwischen hat das polnische Parlament den Vertrag von Lissabon angenommen - mit einem Opt-out bezüglich der Grundrechtscharta, die auch die Diskriminierungschutz von Minderheiten vorsieht.


Berichte:

4.4.08 21:17


EuGH stärkt Lebenspartnerschaften

Der EuGH hat am vergangenen Dienstag entschieden, dass die Benachteiligung von Beschäftigten, die in einer eingetragenen Lebensparnterschaft leben, gegenüber verheirateteten Kollegen ein Verstoß gegen die EU-Gleichstellungsrichtlinie 2000/78/EG darstellt.
Die Versorgungsanstalt der deutschen Bühnen (VddB) hatte dem Lebenspartner eines Kostümbildners nach dessen Tod eine Unterstützung verweigert, weil solche Zahlungen laut Satzung nur für Ehepartner vorgesehen seien. Diese Begründung stellt nach Ansicht des EuGH eine unmittelbare Diskriminierung des Betroffenen dar, falls sich überlebende Ehegatten und überlebende Lebenspartner in Bezug auf die Versorgung in einer vergleichbaren Lage befinden. Das Bayerische Verwaltungsgericht in München müsse nun prüfen, ob das der Fall sei.
Die Kommission freut sich über das Urteil, die Deutschland gerade mit einem neuen neuen Gerichtsverfahren droht, weil die Bundesregierung bisher Beamte und Soldaten, die in eingetragener Partnerschaft leben, nicht genauso von der Witwenrente und anderen Sozialleistungen profitieren lässt wie verheiratete Partner. Über die Bedeutung des Urteils informiert der Lesben- und Schwulenverband Deutschland.
Hier noch weitere Berichte:
4.4.08 20:36


Obama und Clinton verwandt mit Brangelina

Schicksal? Ahnenforscher wollen herausgefunden haben, dass Hollywood-Beau Brad Pitt ein entfernter Cousin von Barack Obama ist - während dessen Rivalin Hillary Clinton mit Schauspielerin Angelina Jolie, Pitts Freundin, verwandt sein soll.
Cousinen von Hillary Clinton, deren Familie franko-kanadischer Herkunft ist, sollen demnach außerdem Weltstars wie Céline Dion, Madonna und Alanis Morrissette sein, während Barack Obama, dessen Mutter aus Kansas und Vater aus Kenia stammt, mit dem britischen Premierminister Churchill sowie sechs US-Präsidenten verwandt ist - darunter auch George W. Bush. Die First Lady Laura Bush ist demnach eine Cousine sechsten Grades des Republikaners McCain.
Einen Bericht hierüber gibt's bei 365gay.com und Tagesschau.de.
26.3.08 23:34


Junger, schwuler SPDler setzt sich gegen CSU-Kandidat durch


Es ist eine kleine Sensation: der 23-jährige SPD-Politiker Michael Adam ist das neue Stadtoberhaupt von Bodenmais, einer 3400-Seelen-Gemeinde im Bayrischen Wald. Neben seinem Alter ist das Bemerkenswerte, wie er selbst sagt: "Ich bin alles, was man in Bodenmais nicht sein darf - jung, evangelisch und offen schwul."
Berichte bei Welt.de, queer.de, taz.de.
 
26.3.08 09:53


Hassmusiker in Deutschland

Die Auftritte des jamaikanischen Reggaemusikers Rodney Price aka Bounty Killer sorgen gerade für Wirbel. Grund sind seine gewaltverherrlichende und schwulenfeindliche Texte., in denen er zur Ausrottung von Schwulen aufruft. So singt er etwa Zeilen wie "Bun a fire pon a puff and mister fagoty" (Lasst die Schwulen im Feuer brennen).
Auf die Konzertankündigungen hin protestierten der LSVD und des MdB Volker Beck (Grüne), die außerdem bei den zuständigen Staatsanwaltschaften zudem Strafanzeige wegen Volksverhetzung (§ 130 StGB) und Aufforderung zu Straftaten (§ 111 StGB) einreichten und die Bundesregierung aufforderten, dem Musiker die Einreise nach Deutschland zu verwehren.
Der Sänger sollte ursprünglich in Essen, Berlin und München auftreten. Nachdem das Jugendzentrum Essen (JZE), wo das Konzert ursprünglich stattfinden sollte, das Konzert abgesagt hatte, konnte zunächst die Weststadthalle als Ausweichort gewonnen werden. Laut dem Veranstalter (der den Kritikern unter anderem 'Übersetzungsfehler' vorwirft...) wird das Konzert in Essen nun jedoch endgültig gestrichen.
Auch in Berlin wird das Konzert in der Kulturbrauerei nur stattfinden, wenn sich der Künstler "persönlich im Vorfeld zu den erhobenen Vorwürfen äußern und sich verbindlich davon distanzieren" sollte - so ein Sprecher der Kulturbrauerei. Außerdem ist ein Konzert in München geplant.
Außer Bounty Killer soll im Frühjahr auch der jamaikanische Musiker Sizzla nach Deutschland kommen. Er fordert in Songs unter anderem "Verbrennt die Männer, die Sex mit Männern haben". Allerdings hat er im Gegensatz zu seinem Kollegen Bounty Killer schriftlich verpflichtet, in Deutschland nicht mehr zur Gewalt gegen Schwule aufzurufen um weiterhin auftreten zu dürfen. Problematisch ist jedoch, dass trotz einer solchen Verpflichtung für bestimmte Länder immer noch homophobe Songs in Jamaica aufgeführt und aufgezeichnet werden.
Zudem war der Rapper Bushido gestern bei Johannes B. Kerner. Im Vorfeld des im Ergebnis unspektakulären Interviews hatte der LSVD protestiert, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen einem Menschen ein Forum biete, der in einem Konzert gegen Jugendgewalt am Brandenburger Tor 2007 verkündete: "Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel". 2005 meinte selbiger in einem Zeitungsinterview "Ihr Tunten werdet vergast".
Allerdings soll Bushido neuerdings zu der großen Erkenntnis gekommen sein, dass Schwule keine schlechten Menschen seien, nur weil er die Sexpraktiken nicht möge (Pride1).
Berichte/Presseerklärung:
26.3.08 09:40


Gleichstellung in Berlin

SPD und die Linke haben die Gleichstellung von lesbischen Beamtinnen und schwulen Beamten im Besoldungs- und Versorgungsrecht beschlossen. Damit wird der Familienzuschlag auch Beamtinnen und Beamten sowie Richterinnen und Richtern gewährt, die in Lebenspartnerschaften zusammenleben. Auch die Hinterbliebenenversorgung wird entsprechend angepasst. Damit wäre Berlin nach Bremen erst das zweite Bundesland, das Ehe und Lebenspartnerschaft im Landesrecht komplett gleichstellt. Auch die Regierung in Niedersachsen hat eine umfassende Gleichstellung der Lebenspartnerschaft mit der Ehe im Landesrecht angekündigt (siehe Blog Gleichstellung - Wulff sagt ja, Beck nein vom 10.03.2008).
Im Bund wird eine Gleichstellung im Beamtenrecht bislang von CDU/CSU abgelehnt, obwohl die EU-Kommission eine Gleichstellung aufgrund des EU-Rechts angemahnt hat.

Pressererklärung der LINKE. Berichte bei LSVD.de, queer.de.
26.3.08 08:53


Zynismus

Zynisch sei 'Wurst im eigenen Darm' meint der Kabarettist Hagen Rether. Nun, dem hat die Antidiskriminierungsstelle des Bundes eins draufgesetzt. Dort wird am 23. April 2008 der erste Berliner Kongress selbiger Stelle zum Thema Wertegesellschaft als ökonomischer Faktor stattfinden. Und dort soll zu Beginn ausgerechnet ein prominenter Vertreter der katholischen Kirche, nämlich Kardinal Lehmann, einen Vortrag halten.
Der LSVD weist in einer Presseerklärung darauf hin, dass die katholische Kirche als einer der größten Arbeitgeber Deutschlands von größtenteils steuerfinanzierten Einrichtungen alle Schwule und Lesben entlasse, die eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingingen und dies auch in Einrichtungen, in denen sie nichteheliche Partner, wiederverheiratete Geschiedene und Nichtchristen dulde. Auch wenn es teilweise Dienstvorgesetzte gebe, die die lesbische und schwule Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deckten, drohe diesen eine Entlassung, sollten sie bei den Bistumsleitungen angeschwärzt werden.
Zumindest hat die Antidiskriminierungsstelle einen Experten für Diskriminierung gefunden...

Berichte bei LSVD.de, queer.de.
26.3.08 08:42


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